Auf einem Kongress im November 1978 wurde von einigen Teilnehmern bemängelt, dass fast keine deutschsprachigen Informationen und Kongresse für Schwestern und Pfleger angeboten wurden. Es fanden sich aus verschiedenen Bundesländern Kollegen und Kolleginnen zusammen, die dann bereits im April 1979 beim Amtsgericht Hamburg die AfnP als Verein eintragen haben lassen.

Gründungsmitglieder vom 29.4.1979:
Richard Beuthin, Ulrich Sander, Alice Sücker, Marlene Wolff, Detlef Heilbeck, Doris Krombholz, Birgit Schlacht Schilling, Werner Blauth, Helga El Ajrad, Klaus Ganz, Rita Grabowsky, Marlene Schindler, Hans Ziegler

AfnP Ehrenmitglieder sind:
Jürgen Brunner, Richard Beuthin, Ulrich Sander, Marlene Wolff, Alice Sücker. (Stand 29.12.2010)

Natürlich war der Anfang schwer. Keiner von den Gründungsmitgliedern hatte eine Ahnung, wie denn eine richtige Vereinssatzung aussehen musste. Viele Entwürfe führten endlich zu einer Satzung, die dann dem Gericht gefiel und fast zwanzig Jahre Bestand hatte. Voller Elan machten sich die Gründungs- mitglieder an die Organisation des ersten Symposiums. Der Saal vom Münchner Hofbräu wurde als Rahmen ausgesucht und erwies sich erfreulicherweise als zu klein. Die Referenten waren überwiegend Pflegepersonen und zum ersten Mal in der deutschen Pflege wurde das Berufsbild einer nephrologischen Pflegekraft besprochen. Da noch nicht genügend Geld vorhanden war, schliefen die Vorstände noch im Regionallager des KfH`s auf Matten auf dem Boden.

Der Vorstand kam in Zugzwang und musste neue Räume suchen. In Fulda wurde eine Stadt gefunden, nicht nur in der Mitte von Deutschland, sondern es gab auch ein gutes preiswertes Hotelangebot. Das zweite Symposium fand dann schon in Fulda auf dem Petersberg statt. Die nächsten Jahre war die Heimat des Symposiums und der Vorstandssitzungen dann das Kolpinghaus in Fulda. Die Mitgliederzahl stieg rasant an und 1983 mussten schon über 400 Mitglieder mit Informationen versorgt werden. Einige Ausgaben der Infozeit- schrift "akidta" wurden zweimal im Jahr mühevoll in Nürnberg produziert und verschickt. Übrigens -Akitda , Arbeitskreis in Dialyse und Transplantations- abteilungen, war als erster Name für den Verein gedacht! Die Adressen auf die Etiketten und Dateikarten wurden mit einer sog. Rena Feuchtwalze mittels einer Schablone aufgetragen. Selbst für die damalige Zahl der Mitglieder eine zeitraubende und dreckige Arbeit. Ende 1983 konnte die AfnP schon eine kleines Textverarbeitungsprogramm einführen und Etiketten, sowie Lastschrift- einzüge ausdrucken. Die Vorstandsmitglieder mussten lernen, mit Steuererklärungen umzugehen, sowie buchhalterisch tätig werden. Im Jahr 1988 wurden die ersten zwei Seminare in Fulda angeboten. AfnP Mitglieder konnten natürlich verbilligt teilnehmen und weitere Seminare folgten bis zum heutigen Tag. Das Symposium wurde bald schon von einer Industrieausstellung begleitet und die Zahl der Teilnehmer stieg von Jahr zu Jahr. Schweren Herzens musste der AfnP Vorstand neue Räume in Fulda suchen und die AfnP ist bei den jährlichen Symposien seit über 10 Jahren nun in allen Räumen der Orangerie in Fulda präsent. Ein Parallelprogramm und viele Workshops erforderten mehrere Räume. Im Jahr 1990 entstand selbst dort Platzangst, als, bedingt durch die Wiedervereinigung, die Teilnehmerzahl fast Tausend betrug! Die auf dem Symposium gehaltenen Vorträge bekamen die Mitglieder immer in Form eines kleinen Buches zugeschickt und seit kurzem ist dieses praktisch auf einer CD erhältlich.

Natürlich wurde auch die Zusammenarbeit mit dem europäischem Pflege- verband EDTNA gesucht. Schon im Jahr 1973 versuchte eine Gruppe eine Weiterbildung bundesweit einheitlich aufzubauen. Mit dem inzwischen entstandenen deutschen Zweig konnte 1995 endlich eine von der DKG anerkannte, bundesweit einheitliche, Weiterbildung für Schwestern und Pfleger in der Nephrologie etabliert werden. Noch heute leitet die AfnP und die EDTNA das Gremium, in dem alle, die Weiterbildung anbietenden Schulen, vereinigt sind. Auch Stellenbeschreibungen und viele Empfehlungen für den Berufsalltag entstanden in dieser Zusammenarbeit. Ständige Arbeitskreise beider Verbände überarbeiten die Empfehlungen und halten die Veröffentlichungen auf dem neuesten Stand.

Seit vielen Jahren bekommen die Mitglieder die Zeitschrift "Dialyse aktuell" bis zu achtmal im Jahr kostenlos nach Hause geschickt. Somit ist eine ständige Information über neueste medizinische Entwicklungen und auch Vereinsnachrichten gewährleistet.

Neueste Computerprogramme erleichtern heute die Versorgung der über 1350 Mitglieder mit Briefen, Rundschreiben und Einladungen zu Symposien und Seminaren. Die Jahre 1979 bis 2004, 25 Jahre AfnP, eine Geschichte die zeigt, dass sich Ideen von wenigen durchsetzen und viele Wirren überstehen können.

Jürgen Brunner