Fachweiterbildung Nephrologie
Die zweijährige berufsbegleitende Fachweiterbildung für in der Nephrologie beschäftigte Pflegekräfte wird in vielen Regionen durchgeführt. Sie basiert auf den Empfehlungen der DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft Berlin, Empfehlung vom 09.03.1995) Weiterbildung für Krankenpflegepersonal in der Nephrologie. Nach 10 jährigen erfolgeichen Einsatz, wird die Weiterbildungsordnung gerade von einer Arbeitsgruppe(AfnP Teilnehmer Marion Bundschu) und der DKG überarbeitet und soll zum 01.01.06 die alte Empfehlung ablösen. Im Bundesland Baden Württemberg besteht eine staatliche Regelung der Weiterbildungsordnung. Die Teilnehmer erhalten eine staatliche Anerkennung.

Ziel der zweijährigen Weiterbildung ist es:
Die Weiterbildung soll Krankenschwestern, Krankenpfleger und Kinderkrankenschwestern,-krankenpfleger mit ihren vielfältigen Aufgaben in den verschiedenen Gebieten der akuten und chronischen nephrologischen Krankenpflege vertraut machen und ihnen die zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlichen speziellen Kenntnisse, Fertigkeiten, Verhaltensweisen und Einstellungen vermitteln.

Diese umfassen insbesondere:
  1. die sach- und fachkundige, umfassende, geplante Pflege der Patientinnen und Patienten sowie die kontinuierliche Überwachung und Mitwirkung bei der Durchführung der Behandlungsmaßnahmen bei Patientinnen und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen.
  2. die Mitwirkung bei der konservativen, präventiven Behandlung von Nierenerkrankungen bzw. deren Auswirkungen.
  3. 3. die Unterstützung ärztlichen Handelns bei der Durchführung und Überwachung fachspezifischer therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen.
  4. den sachgerechten Umgang mit medizinischen Instrumenten, Geräten, Medizinprodukten und Hilfsmitteln, soweit dies nicht dem Arzt vorbehalten ist.
  5. die Mitwirkung bei Wiederbelebungsmaßnahmen einschließlich der künstlichen Beatmung und externen Herzmassage, ggf. die selbständige Einleitung einzelner Maßnahmen bis zum Eintreffen einer Ärztin oder eines Arztes.
  6. die Planung und Überwachung der Organisation des Krankenpflegedienstes und der Arbeitsabläufe in nephrologischen Einheiten.
  7. das Kennen lernen und Anwenden von Methoden der Qualitätssicherung.
  8. die Anleitung und Beratung von Patientinnen / Patienten und Angehörigen sowie die Anleitung von Krankenpflegeschülerinnen und Krankenpflegeschülern, die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
  9. die Einhaltung und Überwachung der Hygiene im Verantwortungsbereich der Pflegenden.
  10. die Einhaltung und Überwachung der Unfallverhütungsvorschriften und anderer technischer Vorschriften im eigenen Arbeitsbereich.

Die Befähigung zur Übernahme der genannten Aufgaben erfolgt durch theoretische und praktische Weiterbildung, insbesondere durch Vermittlung patientenorientierter Verhaltensweisen und Einstellungen. Die Ausbildung besteht aus theoretischen Modulen, praktischer Unterricht sowie Hospitation in den verschiedenen Einsatzgebieten.

a.) Konservative stationäre Behandlung
b.) Konservative ambulante Behandlung (nephrologische Ambulanz).
Obligatorisch ( Pflicht )
c.) Chronische Hämodialyse- oder Peritonealdialyseabteilung.
Obligatorisch ( Pflicht )
d.) Trainingsabteilung für Hämodialyse oder Peritonealdialyse.
e.) Abteilung für akute Dialysebehandlung und Behandlung mit
Spezialverfahren.
f.) Nierentransplantation.
g.) Pädiatrische Nephrologie.

Gerade die umfassende Ausbildung in den verschiedenen nephrologischen Teilgebieten ermöglicht den Teilnehmern, Zusammenhänge besser zu verstehen und auch an andere (Mitarbeiter, Patienten) weiter zu vermitteln. Durch die Tatsache, dass die Teilnehmer aus verschiedenen Einrichtungen kommen (Nephrologische und Transplantations-Station, akute und chronische Dialyseeinrichtung, Kliniken und privaten Praxen) gewinnt die Ausbildung durch den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Hospitation.

Der Dialysestandard 2000 und 2006 der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie e.V. und der Deutschen Dialysegesellschaft Niedergelassener Ärzte e. V. empfiehlt:

A.5.2 Anforderungen an die Qualifikation des Pflegepersonals
Bei allen Behandlungsformen ist für die unmittelbare Patientenbehandlung speziell ausgebildetes, qualifiziertes Personal einzusetzen. Dazu gehören examinierte Pflegekräfte und Arzthelfer/innen nach entsprechender Einarbeitung. Diese führen die Dialyseverfahren nach ärztlichem Behandlungsplan durch, sind für die rechtzeitige Information und Einschaltung des Arztes bei Abweichungen vom normalen Dialyseverlauf verantwortlich und beurteilen gemeinsam mit dem Arzt die Effektivität der Behandlung. Bei der Dialysebehandlung stationärer in Krankenhaus oder Klinik behandelter Patienten kommt grundsätzlich examiniertes Pflegepersonal zum Einsatz, der Anteil von Fachpflegepersonal sollte über der Hälfte der Krankenschwestern/-pfleger liegen.

Bei der ambulanten Zentrumsdialyse sowie der Limited Care Dialyse (Zentralisierte Heimdialyse) sollte ein Anteil von mindestens 1/3 der examinierten Pflegekräfte die Qualifikation als Fachkrankenschwester /Fachkrankenpfleger für Nephrologie haben. Anteilsmäßig können bis zu 25% des examinierten Pflegepersonals qualifizierte Arzthelfer/innen (Curriculum Dialyse für Arzthelferinnen) sein.

A.5.3 Quantitativer Personalbedarf
Bei der Bemessung des Personalbedarfs sollten geltende Personalschlüssel und der Pflegebedarf auf der Grundlage der Patientenkategorisierung zugrunde gelegt werden.

Mit Hilfe der Pflegekategorisierung lässt sich der immer höher werdende Pflegebedarf der nephrologischen Patienten dokumentieren und das Arbeitsfeld der examinierten Pflegekraft auch künftig sichern. Die jährlich laut Zahlen der Quasi-Niere ca. 2000 neu in chronische Nierenersatztherapie kommenden Patienten benötigen für die Versorgung qualifiziertes zusätzliches Personal.

Die qualifizierte Arzthelferin bietet Entlastung gerade auch bei der Fülle von organisations- und verwaltungsbezogenen Aufgaben in nephrologischen Einrichtungen. Sie unterstützt das multidisziplinäre Team dadurch bei der ganzheitlichen Versorgung der immer älteren und multimorbiden nephrologischen Patienten. Qualifizierte Arzthelferinnen und Pflegekräfte arbeiten motiviert und aktiv im Team mit. Bei adäquater Aufgabenzumessung verbessern sie sicherlich die Struktur- und Prozess-Qualität in der Nierenersatztherapie.

Nützliche Dokument:
 DKG-Positionspapier vom 16. Juli 2003
 Fortschreibung des DKG-Positionspapier vom 16. Juli 2003
 BANP - Kompetenzbasierter Rahmenplan

Weitere Informationen erhalten unter:
Nephrologische Weiterbildungsstätte Ulm
Marion Bundschu
Käppelesweg 8
89129 Langenau

07345-22933
07345-7540
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