(von links): Melanie Toth (3. Platz), René Schröder
(3. Platz), Carmen Reißenweber (Preisträgerin), Maria Fensch (3. Platz) und Christian Schäfer (Georg Thieme Verlag). Die zweitplatzierte Beate Schumacher war bei der Preisvergabe verhindert.

Zum 9. Mal ist die AfnP e. V, dank der großzügigen Unterstützung durch den Georg Thieme Verlag, vertreten durch Herrn Dipl.-Biol. Christian Schäfer, Redaktion, Dialyse aktuell & Kompendium Nephrologie in der Lage, den  „Förderpreis Nephrologisch Pflege“ für das Jahr 2014 zu vergeben.

In diesem Jahr reichten 20 Personen und eine Schulklasse einer Gymnasialen Oberstufe, eines berufsbildenden Gymnasiums, ihre Fach oder Projektarbeit ein.
Nicht alle Arbeiten erfüllten die Kriterien und kamen damit in die Bewertung. Das Themenspektrum war wie immer weit gefächert. Hier ein kleiner Auszug der zeigen soll, wie vielfältig die Themen waren:

  • Qualitätsmanagement im Dialysezentrum
  • Terminale Niereninsuffizienz als existentielle Krise
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen ambulant und stationär
  • Komplikationsmanagement nach Nierenbiopsie
  • Businessplan zum Kalium & Phosphat Management

Wir bedanken und bei allen die Ihre Arbeit eingereicht haben. Alle nephrologisch Tätigen möchten wir auffordern, sich mit einer Fragestellung in Ihrem täglichen Arbeitsfeld zu befassen und dann beim Förderpreis 2015 einzureichen. Es können alle deutschsprachigen Arbeiten / Projekte bei der Geschäftsstelle eingereicht werden.

Die 8 Fachjuroren hatten es wie immer nicht einfach. Es ist trotz des Arbeitsaufwandes immer wieder spannend und sehr informativ, die Arbeiten zu lesen. Die qualifizierten Bewerter führen diese Aufgabe jedes Jahr ehrenamtlich durch.  Dafür bedanken wir uns an dieser Stelle.

Erster Platz
Den ersten Platz ging an Carmen Reißenweber.
Ihr Thema behandelt die Fragestellung: „Die Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten moderner Dialysegeräte am Beispiel von Natrium-Profilen“.
Moderne Dialysegeräte können viel mehr als nur „ dialysieren“.
Sie befasste sich mit der Frage, warum diese technischen Möglichkeiten  nicht in der Praxis öfters angewendet werden. Frau Reißenweber wird Ihre Arbeit in einem Vortrag beim nächsten Symposium vorstellen.

Carmen Reißweber

geboren 1965, wohnhaft in Spardorf

  • Beruflicher Werdegang
  • 1982–1985: Krankenpflegeschule KKH Kronach/Ofr.
  • 1985–1986: Urologische Poliklinik, Universitätsklinikum Erlangen
  • 1986–1988: Bauch- und Thorax-Chirurgie, Universitätsklinikum Erlangen
  • 1988–1990: Chirurgische Intensivstation, Universitätsklinikum Erlangen
  • 1990: Fachkrankenschwester f\FCr Intensivmedizin und Anästhesiologie
  • seit 1991: Med. 4 Hämodialyse, Universitätsklinikum Erlangen
  • 2014: Fachkrankenschwester f\FCr Nephrologie

Der Rest meiner Zeit gehört …
… dem Aufenthalt in Wald und Wiese, Lesen, Yoga, der Familie und Freunden etc.

Wahl des Themas
Die Facharbeit entstand im Rahmen der Nephrologischen Fachweiterbildung. Weil ich Natriumprofile bei geeigneten Patienten gerne einsetze, kam die Anregung aus dem Team, ein Thema rund um Natriumprofile zu wählen. Für die Findungsphase waren 3 Überlegungen ausschlaggebend:

• Nach den Vorgaben unserer Fachweiterbildungsleiterin sollte die Facharbeit eigene Untersuchungen beinhalten.
• Heutzutage weisen technische Geräte eine Vielzahl von Funktionen auf, die von den wenigsten Bedienern auch nur annähernd in ihrer Gänze genutzt werden. Gilt dies auch für Dialysegeräte, mit ihren vielfältigen Möglichkeiten zur individuellen Behandlungsführung?
• Wie verhält es sich in unserer eigenen Abteilung? Diesen Fragen bin ich in der Facharbeit am Beispiel von Natriumprofilen nachgegangen und habe Handlungsoptionen für die Implementierung von individuellen Behandlungsparametern erarbeitet.

Spannend war die Dynamik, die sich während der Bearbeitung des Themas ergab. Zwar war mir bewusst, dass Natriumprofile in ihrer Wirksamkeit umstritten sind, dass die Forschungsergebnisse jedoch so widersprüchlich sind, war mir nicht bekannt. Hier galt es, die Befunde mit meinen persönlichen Erfahrungen in der Praxis abzugleichen und entsprechend einzureihen. Zudem musste ich mich mit diesem Thema im Grenzbereich Verantwortung der Pflege und Anordnungshoheit der Ärzte bei der Durchführung von Dialysebehandlungen positionieren. Die Angabe der Behandlungsparameter obliegt ja grundsätzlich dem Arzt. Interessant war auch die Tatsache, dass nicht, wie eigentlich vermutet, ein Know-how-Defizit die Ursache für die geringe Anwendung von Natriumprofilen war. Die Dynamik, Diskussion und die Kommunikation im Team und mit den Ärzten, die das Thema innerhalb unserer Abteilung ausgelöst hat, führten schließlich zu den Lösungsansätzen.
Die Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten moderner Dialysegeräte am Beispiel von Natrium-Profilen (folgt in Kürze)

Zweiter Platz
Der 2. Platz ging  an Frau Beate Schumacher. Sie hat sich mit dem „intradialytischen Blutdruckabfall befasst und den Auswirkung für die betroffen Patienten“. Anhand einer  großen Literaturrecherche untersuchte Sie, welche Möglichkeiten zur evidenzbasierten prophylaktische Maßnahmen im Pflegealltag  möglich sind, um den Patienten eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Sie wird Ihre Arbeit und Ihre Ergebnisse beim nächsten Symposium 2015 in einem Vortrag vorstellen.

Beate Schumacher

geboren 1965, wohnhaft in W\FCstenrot

Beruflicher Werdegang

  • 1986: Kinderkrankenpflegeexamen
  • 1987–1989: Krankenschwester in der Operationsabteilung
  • 1989–1992: Krankenschwester in der Anästhesieabteilung
  • seit 1993: Krankenschwester in der \FCberörtlichen Berufsaus\FCbungsgemeinschaft Dialysepraxen Heilbronn, Neckarsulm und Öhringen
  • seit 2003: Study Nurse in dieser Praxis
  • 2008: stellvertretende Abteilungsleitung
  • 2011: Abteilungsleitung, Praxisanleiterin
  • 2012: Abschluss des Studiums Pflege/Pflegeleitung an der Fachhochschule Jena mit dem Bachelor of Science (B. Sc.)
  • seit 2013: Master-Studium der Pflegewissenschaft an der Hochschule Jena, Schwerpunkt Advanced Nursing Practice. Erster Kontakt zur AfnP
  • Mitglied seit 2011
Der Rest meiner Zeit gehört …
… meinem Partner, Freunden und dem Studium.
Wahl des Themas
Durch meine langjährige Tätigkeit in einer Dialysepraxis erlebe ich, wie belastend hypotone Episoden während der Behandlung für den Patienten sein können. Maßnahmen, welche dazu geeignet sind, hypotone Krisen zu vermeiden bzw. zu minimieren, sind oftmals den betreuenden Pflegekräften unzureichend bekannt. Prophylaktische Maßnahmen, die ergriffen werden, sind oftmals nicht evidenzbasiert. Aktuelle pflegerelevante Forschungsergebnisse sollten deshalb Pflegekräften zugänglich gemacht werden. Die Kompetenz Pflegender kann so erweitert und gestärkt werden. Kompetente, informierte Pflegekräfte sind, insbesondere im Zeitalter des Pflegekräftemangels, unabdingbar, um qualitativ hochwertige Behandlungen zu gewährleisten.
PDF Pntradialytischen Blutdruckabfall (folgt in Kürze)

Dritter Platz
Der dritte Platz ging in diesem Jahr an eine Gruppe aus Berlin. Sie haben  im Rahmen Ihrer Fachweiterbildung zur Fachpflegekraft, ein gemeinsames Projekt  mit folgenden Titel eingereicht: „Dialyse – im Wandel der Zeit – Neuer Anspruch der Pflegenden“.
Preisträger sind: Frau Melanie Toth, Frau Maria Fensch und Herr Rene Schröder
Der Jury hat gefallen, dass die aktuelle Problemstellung der demographische Veränderung und die damit verbundene Versorgung  der  multimorbiden Patienten  aus einem ganzheitlichen Ansatz betrachtet wird.
In unserem Fokus sollte künftig auch der Mensch mit all seinen  Pflegeproblemen und deren Auswirkungen stehen und nicht nur  die technische  Durchführung einer Dialysebehandlung.  

René Schröder

geboren 1977, wohnhaft in Berlin

Beruflicher Werdegang

  • 1998–2001: Ausbildung zum Krankenpfleger
  • 2001–2002: Krankenpfleger im Deutschen Herzzentrum
  • seit 2002: Krankenpfleger in der KfH-Dialyse im St. Hedwig-Krankenhaus Berlin Mitte
  • 2012–2014: Fachweiterbildung Nephrologie an der Akademie f\FCr Gesundheit Berlin/Brandenburh e. V., Campus Berlin-Buch
Melanie Toth

geboren 1986, wohnhaft in Berlin

Beruflicher Werdegang

  • 2003–2006: Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Zentralklink Bad Berka GmbH
  • seit 6/2007: tätig im Dialysezentrum Pankow/Prenzlauer Berg, Berlin
  • 2012–2014: Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin f\FCr Nephrologie (DKG)
    Erster Kontakt zur AfnP
  • \FCber Frau Bundschu während der Dialyse Basic Days 2014

Der Rest meiner Zeit gehört ...
... meiner Familie, meinen Freunden und meinem Hund.

Maria Fensch

geboren 1987, wohnhaft in Berlin

Beruflicher Werdegang

  • 2006–2009: Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in den DRK Kliniken Berlin
  • seit 2010 tätig im Dialysezentrum am Treptower Park, Berlin
  • 2012–2014 Fachweiterbildung Nephrologie an der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e. V., Campus Berlin-Buch
  • Erster Kontakt zur AfnP Dialyse Basic Days 2014 in Fulda
Wahl des Themas
Als wir für den Unterricht eine Pflegeplanung für Dialysepatienten schrieben, hatten alle Kursteilnehmer ihre Schwierigkeiten. Denn die Abbildung des Pflegeprozesses spielt in der Dialyse bisher eine untergeordnete Rolle. Als Projektgruppe stellten wir uns die Frage, ob die Aufgaben von Pflegekräften in Dialyseeinrichtungen angesichts des steigenden Patientenalters nicht doch die Durchführung der Dialysetherapie übersteigen. Ein Assessmentbogen, der auf die Bedürfnisse von Dialysepatienten abgestimmt ist, wurde so Gegenstand unserer Facharbeit mit dem Titel „Dialyse im Wandel – Neuer Anspruch für Pflegende“.
PDF Dialyse – im Wandel der Zeit – Neuer Anspruch der Pflegenden (folgt in Kürze)